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Frühlingskonzert 2009

  100 Jahre Berner Musikkollegium  -  der Jubilar spielt Jubilare  
     
  Bern: 19. Juni, Rathaushalle, 20 Uhr - Eintritt frei, Kollekte  
 

Solist: Adrian Schneider, Trompete

 
     
Zum 250. Todesjahr von Georg Friedrich Händel (1685-1759)

1710 bekommt Händel die Kapellmeisterstelle am Hof von Hannover. Aber bereits im Herbst dieses Jahres reist er erstmals nach England, wo er als Opernkomponist grosse Erfolge feiert. Er kehrt noch einmal nach Hannover zurück, aber 1712 reicht er bei seinem Dienstherren ein Gesuch für einen zweiten Englandaufenthalt ein. Dieser wird bewilligt,

Wassermusik - Suite Nr. 2 in D-Dur
Ouverture - alla Hornpipe - Menuet - Lento - Bourréé

vorausgesetzt, er würde nicht zu lange wegbleiben. Zwei Jahre später ist Händel noch immer in London, doch sein Chef, der Kurfürst von Hannover, ist inzwischen König von England geworden.

Die Wassermusik wird meist in drei Suiten unterschiedlichen Charakters gegliedert. Die Nr. 1 besticht durch die glanzvolle Ouvertüre im französischen Stil und die lebhaften Tänze. Die Nr. 3 ist eher intim gehalten. Die 2. Suite ist die feierlichste, mit Pauken und Trompeten, und wurde am 17. Juli 1717 auf einem Schiff auf der         Themse anlässlich eines königlichen Festes uraufgeführt.

   
Zum 200. Geburtsjahr von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Mendelssohns Musik zum Sommernachtstraum ist in zwei Zügen entstanden. Die Ouvertüre op. 21 komponierte er als 17-jähriger, sie gilt als geniales Frühwerk.

aus "Sommernachtstraum"
Rüpeltanz - Intermezzo - Notturno - Marche funèbre
Hochzeitsmarsch

Die Schauspielmusik op. 61 entstand 16 Jahre später. Trotz diesem zeitlichen Sprung ist kein stilistischer Unterschied festzustellen, das Werk erscheint wie aus einem Guss komponiert. Eine Aufführung des ganzen Werkes ist selten, weil aufwändig. Im Konzertsaal sind aber oft die Ouvertüre oder einzelne Zwischenaktmusiken zu hören und, fast bei jedem Hochzeit, der Hochzeitsmarsch.

   
Zum 200. Todesjahr von Joseph Haydn (1732-1809)

Der 64-jährige Haydn schrieb das Trompetenkonzert auf Anregung des Trompeters Anton Weidinger, der ihn mit einer bahnbrechenden Erfindung bekannt gemacht hatte: Er erfand die Trompete mit Klappen, die dem Spieler grundsätzlich neue Spieltechniken ermöglichten. Bisher konnten nur die sogenannten "Naturtöne" erzeugt werden.

Trompetenkonzert in Es-Dur
Allegro - Andante cantabile - Finale

Sie hatten einen begrenzten Tonumfang und waren auch bezüglich ihrer Reinheit problematisch. Mit dem neuen Instrument wurden nun sämtliche Tonleitern zugänglich, ihr Tonumfang beträchtlich ausgebaut und ihre Stimmung mit der anderer Instrumente zu Deckung gebracht. Das musste Haydn gereizt haben, und mit spielerischer Freude erprobte er in seinem letzten Instrumentalkonzert alle Möglich-keiten des "neuen" Instruments. Die Bedeutung dieser Erfindung verblasste jedoch bald, denn schon 1813 wurde die heute übliche Ventiltrompete erfunden, die noch geschmeidiger und reiner zu spielen ist.

   
Zum 350. Geburtsjahr von Henry Purcell (1659-1695)

Purcell, der Orpheus britannicus, erhielt seine Ausbildung als Chorknabe in der Chapel Royal, wo bereits sein Vater Mitglied war. Nach seiner Ausbildung arbeitete er zuerst Orgelstimmer und Kopist, später als Organist an der Westminster Abbey. 1682 wurde er als Organist an die Chapel Royal berufen.

Neben der Komposition geistlicher Werke gehörte zu seinen Amtspflichten als königlicher

Suite aus der Musik zum "Fairy Queen"
Prélude - Hornpipe - Air - Rondeau - Monkey's Dance - Prélude - Chaconne

Musiker auch dieKomposition von Oden und Festmusiken zu Geburtstagen, Hochzeiten oder Einzügen der königlichen Familie. Werke dieser Art nahmen den grössten Teil seiner schöpferischen Tätigkeit ein. Seine Theaterkompositionen schuf er vorwiegend in seinen letzten sechs Lebensjahren.

Die Uraufführung der Fairy Queen fand am 2. Mai 1692 im Queen's Theatre in London statt, wahrscheinlich als Geburstagsgeschenk für Queen Mary. Es handelt sich um eine Bearbeitung von Shakespeares Sommer-nachtstraum mit Liedern, Tänzen und Bühnenmaschinerie dazwischen, nach Art einer Oper.