|
Ludwig van Beethoven
(1770-1827)

Vier Uraufführungen standen am 22. Dezember 1808 im «Theater an der Wien» auf dem Programm, allesamt von Beethoven komponiert und vom Meister selbst dirigiert: die 5. und die 6. Sinfonie, das 4. Klavierkonzert und die Chorfantasie. Begreiflich, dass dieses 4-stündige Konzert, aufgeführt in einem kalten Saal mit schlecht vorbereiteten Musikern, kein grosser Erfolg für Beethoven war.
|
Klavierkonzert Nr. 5
Aber: in den nächsten 60 Jahren konnte der Verlag Breitkopf&Härtel das Aufführungsmaterial der Fünften fast 1000 mal verkaufen. Und gut 100 Jahre später wurde die Sinfonie aufgrund ihrer Popularität und Bedeutung als erstes längeres Musikstück phonographisch produziert.
Auch heute ist dieses Werk immer noch eines der bekanntesten Werke der klassischen Musik.
Das viertönige Anfangsmotiv der Fünften ist zu Beethovens akustischer Visitenkarte geworden: Kurz und plakativ. Nie zuvor in der Musikgeschichte wurde der Hörer zwingender in das Geschehen einer Musik mit einbezogen. Der Formverlauf der Sinfonie ist durch Irrungen und Wirrungen bestimmt, an dessen Ende jedoch ein hell strahlendes Thema steht, das alles Vergangene, Zweifelnde, Grüblerische, Düstere und Kritische vertreibt – eine Apologie des Sieges über böse Mächte.
|