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Die Uraufführung dieses Konzertes fand am 22. Dez. 1808 - mit Beethoven als Solisten - im Theater an der Wien statt. Im gleichen Konzert wurden auch die 5. und 6. Sinfonie, Teile der C-Dur-Messe sowie die Chorfantasie erstmals dem Wiener Publikum präsentiert.
Zwischen den ersten Takten des 4. Klavierkonzertes und denjenigen der 5. Sinfonie besteht eine motivische Verwandtschaft: die 3 pochenden Achtel. Doch diese rhythmische Parallelität verschwindet hinter der ganz anders gearteten Ausdruckkraft: in der Sinfonie die heftige Dramatik, im Klavierkonzert der lyrische Grundzug.
Beethoven führt mit diesem Konzert in eine neue Welt. Schon der Beginn des 1. Satzes fällt aus dem Rahmen: Das Klavier beginnt solo in G-Dur mit dem 5-taktigen Hauptthema - leise und verhalten antwortet das Orchester in H-Dur.
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Klavierkonzert Nr. 4
In einer weit ausholenden Exposition wird das Thema in die Grundtonart G-Dur zurückgeführt. Die Klangfarben des Orchesters, die Veränderungen des Themas, das Ineinander von Klavier und Orchester, die rhythmisch differenzierte Ausgestaltung sind unverwechselbare Erkennungsmerkmale des Genies Beethoven.
Führt Beethoven in diesem 1.Satz in eine Welt der Verschmelzung von Sinfonie und Konzert, von Solo und Tutti, so ist der 2. Satz das pure Gegenteil: er weist dramatische, opernhafte Züge auf. Orchester und Klavier befinden sich in einem Dialog: hier Tutti, da Solo. Keine Begleitung, kein Miteinander. Der Satz wurde etwa als Orpheus in der Unterwelt gedeutet: das Orchester mit scharfem, sprödem Streicherklang, das sind die streitbaren Geister der Unterwelt. Das Klavier ist Orpheus, das mit seinem sanften Spiel die Geister allmählich verzaubert und beruhigt. Bis in die letzten Takte ist dieser Dialog durchgehalten. Die Auflösung dieser Spannung kommt im 3. Satz, Rondo, jedoch vorerst nicht triumphal, sonder leise, zaghaft, mit einer vorsichtigen, federnd-tänzerischen Marschintonation der Streicher. Bald aber steigert sich das Rondo zu befreiender Heiterkeit.
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