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Herbstkonzert 2007:

  Solistin: Fabienne Romer  
 

Spiez: Sonntag 11. November 2007, Lötschbergsaal

 

Bern: Freitag, 16. November 2007, Französische Kirche

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Anton Bruckner (1824-1896)
 

Geboren in Ansfelden, Oberösterreich. 1840 kommt Bruckner nach Linz, um Lehrer zu werden. Schultätigkeit bis 1850. Daneben Musikstudium, vor allem Ausbildung zum Organisten. Mit der Übernahme der Domorganistenstelle in Linz entschliesst er sich endgültig, Komponist zu werden. Unterricht in Wien und Linz. Er lernt die Musik von Berlioz und Liszt kennen und begeistert sich für Wagner. 1868 wird er Professor für Generalbass, Kontrapunkt und Orgel am Konservatorium in Wien.

Einige Konzertreisen machen den virtuosen Organisten in Paris, London, aber auch in der Schweiz bekannt. Als Komponist kann er sich erst 1884 mit der Aufführung seiner 7. Sinfonie durchsetzen. Heute gilt er als einer der grossen Sinfoniker der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Sinfonie die Nullte

Die Partitur der «Nullten» ist auf 1869 datiert. Aber da hatte Bruckner bereits 2 Sinfonien komponiert: eine Studiensinfonie 1863 und die 1. Sinfonie 1865/66, also beide noch in Linz. Wie kommt es also zu dieser Zahl, der «Nullten»? Als Bruckner in Wien dem Hofopernkapellmeister Felix Otto Dessoff die Partitur dieser Sinfonie zur Durchsicht reichte, meinte dieser verwirrt, wo denn im 1. Satz das Hauptthema sei? Bruckner, der immer empfindlich auf Kritik reagierte, zog das Werk zurück. Als er 1885, ein Jahr vor seinem Tod, seine Partituren zwecks Weitergabe an die Nachwelt ordnete, schrieb er auf das Titelblatt dieser Sinfonie: ungiltig, nur ein Versuch, ganz nichtig, annulirt, und unterstrich sein Missfallen mit einer grossen Null. Immerhin wollte er sie aber als «Nullte» gelten lassen und warf sie nicht weg. Und tatsächlich verrät diese Sinfonie schon vom ersten Takt an unverkennbar Bruckners Handschrift. Sein Stil hat sich in den folgenden Werken kaum verändert, sicher aber verfeinert.
Die Uraufführung fand erst 1924 in Klosterneuburg statt, also fast 30 Jahre nach seinem Tod.

 

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)


Die Uraufführung dieses Konzertes fand am 22. Dez. 1808 - mit Beethoven als Solisten - im Theater an der Wien statt. Im gleichen Konzert wurden auch die 5. und 6. Sinfonie, Teile der C-Dur-Messe sowie die Chorfantasie erstmals dem Wiener Publikum präsentiert.

Zwischen den ersten Takten des 4. Klavierkonzertes und denjenigen der 5. Sinfonie besteht eine motivische Verwandtschaft: die 3 pochenden Achtel. Doch diese rhythmische Parallelität verschwindet hinter der ganz anders gearteten Ausdruckkraft: in der Sinfonie die heftige Dramatik, im Klavierkonzert der lyrische Grundzug.

Beethoven führt mit diesem Konzert in eine neue Welt. Schon der Beginn des 1. Satzes fällt aus dem Rahmen: Das Klavier beginnt solo in G-Dur mit dem 5-taktigen Hauptthema - leise und verhalten antwortet das Orchester in H-Dur.

Klavierkonzert Nr. 4

In einer weit ausholenden Exposition wird das Thema in die Grundtonart G-Dur zurückgeführt.  Die Klangfarben des Orchesters, die Veränderungen des Themas, das Ineinander von Klavier und Orchester, die rhythmisch differenzierte Ausgestaltung sind unverwechselbare Erkennungsmerkmale des Genies Beethoven.

Führt Beethoven in diesem 1.Satz in eine Welt der Verschmelzung von Sinfonie und Konzert, von Solo und Tutti, so ist der 2. Satz das pure Gegenteil: er weist dramatische, opernhafte Züge auf. Orchester und Klavier befinden sich in einem Dialog: hier Tutti, da Solo. Keine Begleitung, kein Miteinander. Der Satz  wurde etwa als Orpheus in der Unterwelt gedeutet: das Orchester mit scharfem, sprödem Streicherklang, das sind die streitbaren Geister der Unterwelt. Das Klavier ist Orpheus, das mit seinem sanften Spiel die Geister allmählich verzaubert und beruhigt. Bis in die letzten Takte ist dieser Dialog durchgehalten. Die Auflösung dieser Spannung  kommt im 3. Satz, Rondo, jedoch vorerst nicht triumphal, sonder leise, zaghaft, mit  einer vorsichtigen, federnd-tänzerischen Marschintonation der Streicher. Bald aber steigert sich das Rondo zu befreiender Heiterkeit.

Solistin: Fabienne Romer
Fabienne Romer wurde 1984 ge­boren und wuchs in Schmerikon auf.
Den ersten Klavierunterricht erhielt sie mit acht Jahren bei Thomas Rink. Bereits als 13jährige konnte sie den Unterricht am Zürcher Konservatorium besuchen. Im Jahr 2002 – noch ein Jahr vor ihrer Musikmatur an der Kantonsschule Wattwil – begann sie das Klavierstudium an der Musikhoch- schule Zürich bei Martin Christ.
Ab 2004 studierte sie in der Konzert- klasse von Prof. Homero Francesch. Sie erhielt im Juli dieses Jahres ihr Konzertdiplom mit Auszeichnung und setzt ihr Studium nun in Paris bei Prof. Eugen Indjic fort.
Sie gewann erste und weitere Preise am Schweizer Jugendmusik­wettbe- werb, u.a. den Bärenreiter Spezial- preis. Im Mai 2003 trat sie mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 erstmals solistisch an die Öffentlich- keit. Kurz darauf folgte ihr erstes Klavierrezital.
Fabienne Romer ist auch eine leidenschaftliche Liedbegleiterin. Im Frühling dieses Jahres wurde sie zusammen mit der Mezzosopranistin Antonia Frey beim Kiwaniswettbewerb für Liedduo mit dem Förderpreis ausgezeichnet.